Prostitution in Deutschland: die Statistik 2025 erklärt
Zum Jahresende 2025 waren in Deutschland rund 32.500 Prostituierte nach dem Prostituiertenschutzgesetz angemeldet und 2.260 Prostitutionsgewerbe behördlich erlaubt. Das sind kaum mehr als im Vorjahr – und noch immer deutlich weniger als vor der Corona-Pandemie. Die Zahlen sind die einzige amtliche Datenquelle zu diesem Markt. Sie sagen viel über die Anmeldepraxis, aber wenig darüber, wie viele Menschen tatsächlich in der Branche tätig sind.
Das Wichtigste in Kürze
- 32.500 Anmeldungen zum 31.12.2025, ein Plus von 0,7 Prozent gegenüber 2024.
- 40.400 waren es Ende 2019. Der Einbruch in der Pandemie ist bis heute nicht aufgeholt.
- 18 Prozent der Angemeldeten hatten 2025 die deutsche Staatsangehörigkeit.
- Vermittlungen sind eine Nische: Nur rund 5 Prozent der erlaubten Gewerbe sind Prostitutionsvermittlungen, wie es Escort-Agenturen sein können.
- Das Dunkelfeld ist unbekannt. Schätzungen von Verbänden reichen bis 250.000 Personen, belastbar ist keine davon.
- Reform in Vorbereitung: Eine unabhängige Expertenkommission will Ende November 2026 erste Vorschläge vorlegen.
Woher die Zahlen kommen
Seit dem 1. Juli 2017 gilt das Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG). Es verpflichtet Prostituierte zur Anmeldung bei der zuständigen Behörde und verlangt für den Betrieb eines Prostitutionsgewerbes eine Erlaubnis. Die Behörden melden die zum Jahresende gültigen Anmeldungen und Erlaubnisse an die statistischen Ämter; das Statistische Bundesamt (Destatis) veröffentlicht daraus jedes Jahr eine Bundesstatistik.
Wichtig ist der Stichtag: Gezählt werden Anmeldungen, die am 31. Dezember gültig sind. Wer im Laufe des Jahres aufgehört hat oder dessen Bescheinigung abgelaufen ist, erscheint nicht. Nicht angemeldete Tätigkeiten erfasst die Statistik grundsätzlich nicht.
Die Entwicklung seit 2019
| Jahresende | Angemeldete Prostituierte | Erlaubte Gewerbe |
|---|---|---|
| 2025 | rund 32.500 | 2.260 |
| 2024 | rund 32.300 | 2.250 |
| 2023 | rund 30.600 | 2.310 |
| 2022 | rund 28.300 | 2.310 |
| 2021 | rund 23.700 | 2.290 |
| 2019 | rund 40.400 | 2.170 |
Quellen: Statistisches Bundesamt, zitiert nach Destatis-Pressemitteilung Nr. 240/2025 sowie epd/evangelisch.de, August 2026. Werte für 2020 sind wegen der pandemiebedingten Schließungen nur eingeschränkt vergleichbar und hier nicht aufgeführt.
Der Verlauf zeigt drei Phasen. Bis 2019 stiegen die Anmeldungen, weil das Gesetz in der Fläche umgesetzt wurde. Während der Pandemie, als Prostitutionsstätten zeitweise schließen mussten, liefen viele Bescheinigungen aus und wurden nicht erneuert. Seit 2022 erholen sich die Zahlen, 2025 aber nur noch minimal.
Auffällig ist die Gegenbewegung bei den Gewerben: Ihre Zahl liegt heute höher als 2019. Mehr erlaubte Betriebe bei weniger angemeldeten Personen – das spricht eher für eine veränderte Anmeldepraxis als für einen tatsächlich kleineren Markt.
Wer ist angemeldet?
Für 2025 hat Destatis vor allem den Anteil deutscher Staatsangehöriger hervorgehoben: 18 Prozent. Die ausführliche Aufschlüsselung für 2024 zeigt die Struktur genauer:
- Alter: 75 Prozent waren zwischen 21 und 44 Jahre alt, 22 Prozent 45 Jahre oder älter und 3 Prozent 18 bis 20 Jahre.
- Staatsangehörigkeit: Am häufigsten waren die rumänische (36 Prozent), die bulgarische (11 Prozent) und die spanische (8 Prozent). Deutsche Staatsangehörige stellten 17 Prozent.
Die Zahlen beschreiben allerdings nur, wer sich anmeldet. Ob einzelne Segmente – etwa die Escort-Begleitung – in der Statistik über- oder unterrepräsentiert sind, lässt sich mangels Daten nicht sagen.
Was die Statistik über Escort-Vermittlungen verrät
Die Gewerbestatistik unterscheidet nach Art des Betriebs. Ende 2024 waren 93 Prozent der Erlaubnisse Prostitutionsstätten wie Bordelle, 5 Prozent Prostitutionsvermittlungen und 2 Prozent Prostitutionsfahrzeuge und -veranstaltungen. Rechnerisch entspricht das gut 110 erlaubten Vermittlungen in ganz Deutschland.
Escort-Agenturen können unter den Begriff der Prostitutionsvermittlung fallen und benötigen dann nach § 12 ProstSchG eine Erlaubnis. Für Kunden ist das ein konkretes Prüfkriterium: Eine seriöse Agentur kann erklären, auf welcher rechtlichen Grundlage sie arbeitet.
Das Dunkelfeld: warum niemand die wahre Zahl kennt
Die Differenz zwischen Statistik und Schätzungen ist groß. Die Frauenrechtsorganisation Solwodi geht von rund 250.000 Prostituierten in Deutschland aus, andere Stellen nennen 200.000. Solche Zahlen beruhen auf Hochrechnungen, nicht auf Zählungen.
Auch die große Evaluation des Gesetzes durch das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) hielt 2025 fest, dass belastbare Erkenntnisse über die Gesamtzahl der in Deutschland tätigen Prostituierten fehlen. Seriös lässt sich deshalb nur sagen: Die amtliche Zahl ist eine Untergrenze. Wie groß der Abstand zur Realität ist, weiß niemand.
Gründe für die Lücke werden unterschiedlich gewichtet. Genannt werden unter anderem die Sorge vor Stigmatisierung, Vorbehalte gegenüber Behörden, Datenschutzbedenken und Tätigkeiten, die nur gelegentlich ausgeübt werden. Auf der anderen Seite stehen Ausbeutung und Zwangsprostitution, die naturgemäß im Verborgenen stattfinden.
Evaluation 2025 und Kommission 2026
Im Juni 2025 legte das Bundesfrauenministerium dem Bundestag die Evaluation des ProstSchG vor. An der Untersuchung beteiligten sich unter anderem 2.350 Prostituierte sowie Behördenmitarbeitende, Kundinnen und Kunden und Gewerbetreibende. Das Ergebnis fällt differenziert aus: Das Gesetz zeige Wirkung und sei nicht gescheitert, habe aber Schwächen und brauche Nachbesserungen. Bemerkenswert ist ein Befund, den Studienleiter Tillmann Bartsch hervorhob: Menschen in der Prostitution beschreiben sich deutlich selbstbestimmter, als Außenstehende – etwa in Behörden – sie einschätzen.
Auf dieser Grundlage arbeitet seit dem 24. November 2025 eine unabhängige Prostituiertenschutz-Kommission. Sie ist auf 18 Monate angelegt; erste Ergebnisse mit gesetzlichen Verbesserungsvorschlägen sollen Ende November 2026 vorliegen. Die Debatte darüber, ob Deutschland beim regulierten Modell bleibt oder sich dem Sexkaufverbot nach schwedischem Vorbild nähert, wird damit neu geführt.
Was die Zahlen für Kunden bedeuten
Für Menschen, die eine Begleitung über eine Agentur anfragen, sind drei Punkte praktisch relevant:
- Legalität ist prüfbar. Vermittlungen benötigen eine Erlaubnis, Prostituierte eine Anmeldung. Eine Agentur, die dazu ausweicht, ist kein guter Ansprechpartner.
- Die Zahl der Anbieter ist klein. Gut 110 erlaubte Vermittlungen bundesweit bedeuten: Viele Websites mit Escort-Angeboten sind keine erlaubten Agenturen.
- Die Regeln können sich ändern. Mit den Kommissionsergebnissen steht eine Reform im Raum. Seriöse Agenturen werden ihre Abläufe anpassen und darüber informieren.
Velura arbeitet als Vermittlungsagentur mit selbstständigen Escort-Models. Wie wir Anfragen prüfen und koordinieren, erklären die Buchungsinformationen.
Rechtlicher Hinweis: Diese Informationen beziehen sich auf den allgemeinen Rechtsrahmen in Deutschland, Stand Oktober 2026. Sie ersetzen keine individuelle Rechtsberatung.
Häufige Fragen
Wie viele Prostituierte sind in Deutschland angemeldet?
Zum Jahresende 2025 waren es rund 32.500 Personen, 0,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Wie viele Prostituierte gibt es tatsächlich?
Das weiß niemand genau. Verbände schätzen bis zu 250.000 Personen; die Evaluation des Gesetzes fand keine belastbaren Daten zur Gesamtzahl.
Warum sind es weniger als 2019?
Während der Pandemie liefen viele Anmeldungen aus und wurden nicht erneuert. Seit 2022 steigen die Zahlen wieder, haben das Niveau von 2019 mit 40.400 Anmeldungen aber nicht erreicht.
Wie viele Escort-Agenturen sind erlaubt?
Die Statistik weist keine Escort-Agenturen gesondert aus. Prostitutionsvermittlungen machten Ende 2024 rund 5 Prozent der 2.250 erlaubten Gewerbe aus, rechnerisch gut 110 Betriebe.
Wird das Prostituiertenschutzgesetz geändert?
Eine Expertenkommission erarbeitet Vorschläge; erste Ergebnisse sind für Ende November 2026 angekündigt. Ob und wann der Bundestag das Gesetz ändert, ist offen.